{"id":1285,"date":"2017-09-14T15:06:06","date_gmt":"2017-09-14T13:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freie-berufe.de\/wordpress\/?page_id=1285"},"modified":"2022-02-09T17:48:11","modified_gmt":"2022-02-09T16:48:11","slug":"normung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bfb.pantamedia.de\/wordpress\/themen\/europa\/normung\/","title":{"rendered":"Normung"},"content":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ische Normungsverordnung ist am 1. Januar 2013 in Kraft getreten. Sie erlaubt der Europ\u00e4ischen Kommission Normungsprojekte im Dienstleistungsbereich \u00fcber die europ\u00e4ischen Normungsorganisationen (z.B. CEN) zu initiieren. Im Laufe der Arbeiten zur Verabschiedung der Normungsverordnung hat sich der BFB daf\u00fcr eingesetzt, freiberufliche Leistungen als nicht normierbar aus dem Anwendungsbereich der Verordnung herauszunehmen. Obwohl der Schwerpunkt der Erarbeitung von Normen auf Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Vermarktung und Wartung von Produkten liegt, sind jedoch auch alle sonstigen Dienstleistungen in den Anwendungsbereich der Normungsverordnung mit einbezogen worden. Die Europ\u00e4ische Kommission erstellt ein j\u00e4hrliches Arbeitsprogramm der europ\u00e4ischen Normung, welches der BFB kritisch durchleuchtet.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat am 2. Februar 2022 eine neue Normungsstrategie vorgestellt. Der Strategie sind ein Vorschlag zur \u00c4nderung der Normungsverordnung, ein Bericht \u00fcber ihre bisherige Umsetzung und das aktuelle <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/docsroom\/documents\/48601\">Arbeitsprogramm 2022<\/a> beigef\u00fcgt. Die neue Strategie soll dazu beitragen, die globale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der EU zu st\u00e4rken, den Wandel hin zu einer resilienten, gr\u00fcnen und digitalen Wirtschaft zu erm\u00f6glichen und demokratische Werte in Technologieanwendungen zu verankern. In der EU-Normungsstrategie werden u.a. die folgenden Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel vorgeschlagen:<\/p>\n<ul>\n<li>Den Normungsbedarf in strategischen Bereichen antizipieren, priorisieren und bew\u00e4ltigen:<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ab diesem Jahr werden die Normungspriorit\u00e4ten klar festgelegt, beginnend mit dem j\u00e4hrlichen Arbeitsprogramm der Union f\u00fcr europ\u00e4ische Normung f\u00fcr das Jahr\u00a02022. Handlungsbedarf wird hier nicht zuletzt bei Medizinprodukten und In-vitro Diagnostika sowie sicherer und vertrauensw\u00fcrdiger K\u00fcnstlicher Intelligenz gesehen. Bei Unternehmensdienstleistungen hat die EU-Kommission die Bewertung von besonders relevanten Bereichen vorangetrieben, in denen aus ihrer Sicht harmonisierte Normen zur Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit und zum Abbau von Markthindernissen beitragen k\u00f6nnten. Neben dem verarbeitenden Gewerbe wird auch das Baugewerbe in den Fokus genommen und bei Letzterem explizit Architektur- und Ingenieurdienstleistungen genannt.<\/p>\n<p>Im weiteren Zusammenhang soll ein Hochrangiges Forum eingerichtet werden, das Impulse f\u00fcr k\u00fcnftige Priorit\u00e4ten im Bereich der Normung geben soll. Die EU-Kommission wird zudem die Funktion eines\/einer Leitenden Normungsbeauftragten schaffen, der\/die in der gesamten EU-Kommission auf hoher Ebene Leitlinien f\u00fcr Normungst\u00e4tigkeiten vorgibt. Dabei wird er\/sie von einem EU-Exzellenzzentrum f\u00fcr Normen unterst\u00fctzt, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Kommissionsdienststellen zusammensetzen soll.<\/p>\n<ul>\n<li>Verbesserung von Governance und Integrit\u00e4t des europ\u00e4ischen Normungssystems:<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die EU-Kommission will sicherstellen, dass \u00fcber europ\u00e4ische Normen europ\u00e4ische Akteure entscheiden. Daher wird eine \u00c4nderung der Normungsverordnung vorgeschlagen, mit der die Governance des europ\u00e4ischen Normungssystems verbessert werden soll. Der Vorschlag sieht vor, dass Auftr\u00e4ge, die den europ\u00e4ischen Normungsorganisationen von der EU-Kommission erteilt werden, von den nationalen Delegierten \u2013 also den nationalen Normungsgremien \u2013 der EU- und EWR-Mitgliedstaaten zu bearbeiten sind. Dadurch soll jegliche unangemessene Einflussnahme von Akteuren aus L\u00e4ndern au\u00dferhalb der EU und des EWR auf die Entscheidungsprozesse bei der Entwicklung von Normen ausgeschlossen werden. Die EU-Kommission fordert die europ\u00e4ischen Normungsorganisationen zudem auf, ihre Governance-Strukturen zu modernisieren, und plant ein Peer-Review-Verfahren mit den Mitgliedstaaten und den nationalen Normungsorganisationen auf den Weg zu bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ische Normungsverordnung ist am 1. Januar 2013 in Kraft getreten. 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